Feierabend, rein ins Auto, Blinker raus – und auf einmal ist es stockdunkel. Vor ein paar Wochen hast du um diese Uhrzeit noch in die Sonne geblinzelt, jetzt blendet dich jeder Gegenverkehr auf der nassen Straße. Für dein Auto bedeutet das mehr als nur „früher Licht an“ – jedes dritte Auto in Deutschland fährt laut Auswertungen der Hauptuntersuchung mit mangelhafter Beleuchtung durch genau diese Wochen, oft unbemerkt.
Kurzum: Ein Herbstcheck fürs Auto steht an – und Licht ist dabei nur der Anfang. Reifen, Scheibenwischer und Batterie gehören ebenso dazu. Dafür musst du nicht gleich alles in die Werkstatt tragen. Manches prüfst du in fünf Minuten selbst, für andere Eingriffe sind Prüfgerät und Erfahrung gefragt. In diesem Beitrag zeigen wir dir, was wohin gehört. Hier Herbstcheck-Termin bei OK Car-Service sichern
Alle vier Bereiche sind sicherheitsrelevant und sollten geprüft werden. Ein kompletter Rundum-Check dauert in der Werkstatt meist nur eine halbe Stunde – entscheidet aber über eine ganze Saison.
Kaputte oder falsch eingestellte Lichter fallen nicht nur bei Polizeikontrollen auf, die im Oktober und November verstärkt stattfinden. Sie gelten auch bei der nächsten Hauptuntersuchung als Mangel. Ganz abgesehen davon, dass sie deine und die Sicht anderer Verkehrsteilnehmer einschränken. Genau deshalb gibt es seit 1956 den Licht-Sicht-Test im Oktober, die größte Verkehrssicherheitsaktion in Deutschland mit rund 38.000 teilnehmenden Betrieben, bei vielen davon kostenlos.
Do it yourself oder Fall für den Profi?
Selbst prüfen:
Um kaputte Lampen zu finden, stell dein Auto abends vor eine helle Wand oder Garagentür und schalte nacheinander Abblendlicht, Fernlicht, Standlicht, Blinker und Nebelscheinwerfer durch. Die Bremslichter checkst du, indem du rückwärts nah an die Wand fährst, die Bremse trittst und über den Rückspiegel schaust, ob alle drei Leuchten aufleuchten.
Werkstatt-Sache:
Die exakte Einstellung von Leuchtweite und Neigungswinkel lässt sich nur mit einem Prüfgerät justieren. Geprüft werden außerdem insgesamt neun Lichtfunktionen. Nach bestandenem Test bekommst du eine Plakette für die Windschutzscheibe.
Die O-bis-O-Regel, Winterreifen von Oktober bis Ostern aufzuziehen, ist als Faustregel bekannt. Der eigentliche Auslöser für den Reifenwechsel ist jedoch die Temperatur: Sobald es dauerhaft unter sieben Grad abkühlt, verhärtet sich die Gummimischung von Sommerreifen – der Grip lässt spürbar nach. Bei Glatteis, Schneeglätte oder Reifglätte hingegen greift die sogenannte situative Winterreifenpflicht. Wer dann mit Sommerreifen unterwegs ist, riskiert 60 Euro Bußgeld, einen Punkt in Flensburg und im Falle eines Unfalls womöglich Ärger mit der Versicherung.
Außerdem gilt: Seit dem 1. Oktober 2024 müssen Winterreifen das Alpine-Symbol tragen, das alte M+S-Zeichen allein reicht nicht mehr.
Do it yourself oder Fall für den Profi?
Selbst prüfen:
Miss die Profiltiefe mit einer 2-Euro-Münze. Verschwindet der goldene Rand nicht vollständig im Profil, ist es Zeit für neue Reifen. Außerdem solltest du die Reifen auf Risse, Beulen und Fremdkörper überprüfen. Hast du gebrauchte Winterreifen übernommen, lohnt sich zusätzlich ein Blick auf die DOT-Nummer an der Reifenflanke, älter als sechs Jahre sollten Winterreifen nicht sein.
Werkstatt-Sache:
Den Radwechsel selbst durchzuführen ist möglich, wenn du Wagenheber, Drehmomentschlüssel und Unterstellbock hast. Zu locker angezogene Radmuttern können sich während der Fahrt aber lösen, in der Werkstatt wird mit kalibrierten Drehmomentschlüsseln gearbeitet, die Räder werden zusätzlich ausgewuchtet.
Machst du den Radwechsel selbst, markiere die Reifen – zum Beispiel mit Kreide – vor dem Abmontieren und Einlagern (VL für vorne links, HR für hinten rechts und so weiter). So weißt du beim nächsten Wechsel, welcher Reifen wo saß und kannst sie achsweise tauschen, um gleichmäßigen Verschleiß zu gewährleisten.
Schlierenbildung auf der Scheibe oder Quietschen sind eindeutige Zeichen für verschlissene Wischerblätter, besonders unangenehm im Gegenlicht der tiefstehenden Herbstsonne. Neue Wischerblätter lassen sich in den meisten Fällen in wenigen Minuten selbst einsetzen. Scheibenwischwasser mit Frostschutz füllst du einfach nach, der Behälter unter der Motorhaube hat meist einen blauen Deckel mit Scheibenwischer-Symbol: Normales Wasser gefriert bei den ersten Minusgraden und kann die Düsen blockieren.
Noch ein Tipp: Reinige auch die Scheiben von innen und außen gründlich. Ein feiner Schmierfilm aus Straßenstaub und Fett ist bei Sonne kaum sichtbar, blendet aber massiv, sobald die Herbstsonne tief steht oder dir nachts Scheinwerfer entgegenkommen.
Do it yourself oder Fall für den Profi?
Klappt sicher in Eigenregie:
Wischblätter wechseln und Frostschutz nachfüllen. Prüfe zusätzlich den Frostschutz im Kühlsystem, am Ausgleichsbehälter meist direkt mit einer Skala ablesbar. Reicht der Frostschutz bei starkem Frost nicht aus, kann das dem Kühlsystem schaden.
Laut ADAC ist eine schwache Autobatterie die häufigste Pannenursache im Herbst und Winter. Besonders anfällig sind Batterien, die schon vier Jahre oder älter sind. Kälte verlangsamt die chemischen Prozesse in der Batterie und senkt dadurch die verfügbare Startleistung, während der Motor beim Kaltstart gleichzeitig mehr Kraft braucht. Hinzu kommt: Im Herbst und Winter laufen Heizung, Sitzheizung, Licht und Gebläse oft gleichzeitig, was zusätzlich Strom zieht, während der Motor ihn kaum nachliefert.
Do it yourself oder Fall für den Profi?
Reine Werkstatt-Sache:
Ladezustand und Kaltstartfähigkeit lassen sich ohne Messgerät nicht zuverlässig beurteilen. Ein professioneller Batterietest dauert in der Werkstatt nur wenige Minuten und ist meist kostenlos oder sehr günstig.
Batterie checken lassen – jetzt Werkstatt finden
Auch wenn sie nicht zwangsläufig zum klassischen Herbstcheck gehören – Bremsen sind zu jeder Jahreszeit eine sicherheitsrelevante Komponente. Und da Straßen bei typischem Herbstwetter generell schneller nass und glatt werden, solltest du im Oktober auf jeden Fall auch deine Bremsen einmal in den Blick nehmen.
Do it yourself oder Fall für den Profi?
Selbst prüfen:
Eine Probebremsung auf einem leeren Parkplatz zeigt dir, ob die Bremsen ziehen, quietschen oder vibrieren, und ob du nach maximal einem Drittel Pedalweg einen klaren Widerstand spürst.
Werkstatt-Sache:
Für eine genaue Beurteilung von Bremsbelägen und Bremsscheiben ist die Werkstatt die passende Adresse – besonders wichtig, bevor die ersten glatten Tage kommen.
Klein, aber Gold wert:
Eiskratzer, Starthilfekabel und Wolldecke kosten kaum etwas, retten dich im Ernstfall aber vor einem kalten Start in den Tag oder bei einer liegengebliebenen Batterie mitten in der Nacht.
Ja, wenn du das passende Werkzeug und etwas Übung hast. Vergiss aber nicht, die Radschrauben nach rund 50 Kilometern in der Werkstatt nachziehen zu lassen. Bei Unsicherheit ist der Werkstatttermin die sicherere Wahl.
Insgesamt neun Lichtfunktionen, darunter Abblend- und Fernlicht, Bremsleuchten, Blinker sowie die korrekte Einstellung der Scheinwerfer. Letztere lässt sich nur professionell beurteilen.
Der Lichttest im Oktober ist bei vielen Werkstätten kostenlos, Batterie-Checks häufig ebenfalls oder sehr günstig. Reifenwechsel und mögliche Reparaturen kosten, werden aber vorher besprochen.
Rechtlich ja, sicherheitstechnisch nicht. Für Winterreifen empfehlen Fachleute mindestens vier Millimeter, weil sich sonst der Bremsweg auf nasser Fahrbahn deutlich verlängert.
Kein Grund zur Panik, aber auch kein Grund zu warten. Die meisten Werkstätten nehmen Herbstcheck und Reifenwechsel auch kurzfristig an, gerade der Lichttest läuft oft ohne Termin. Je länger du wartest, desto knapper wird allerdings die Auswahl an Winterreifen.
Ein Herbstcheck ist kein großer Aufwand, macht aber einen echten Unterschied: bessere Sicht, sicherer Grip, weniger Pannenrisiko. Ob du lieber selbst schraubst oder den Komplett-Service bevorzugst – bei OK Car-Service bist du in beiden Fällen richtig. Am entspanntesten geht’s aber im gebuchten Rundum-Termin: Statt dir die Punkte einzeln rauszupicken, deckt dieser Boxenstopp alles in einem Werkstattbesuch ab. Das spart dir mehrere Anfahrten und übersieht nichts, was du beim Selbercheck vielleicht falsch eingeschätzt hast.
1
Bei Dunkelheit nimmt ein Autofahrer laut Deutschem Verkehrssicherheitsrat nur noch rund fünf Prozent dessen wahr, was er tagsüber sieht. Kein Zufall, dass Oktober und November zu den unfallträchtigsten Monaten im Jahr zählen.
2
Die Gummimischung von Sommerreifen ist auf Wärme ausgelegt und wird unter sieben Grad zunehmend hart und spröde, ähnlich wie ein Radiergummi im Kühlschrank. Winterreifen nutzen eine weichere Mischung, die auch bei Kälte elastisch bleibt.
3
Das alte M+S-Symbol durften Hersteller früher ohne einheitlichen Test vergeben. Das Alpine-Symbol mit Bergpiktogramm und Schneeflocke basiert dagegen auf einer genormten Prüfung.
4
Die letzten vier Ziffern der DOT-Kennzeichnung an der Reifenflanke geben Kalenderwoche und Jahr der Herstellung an, „2423″ steht für die 24. Woche 2023. Ein Reifen kann also top aussehen und trotzdem überaltert sein.
5
Bei 25 Grad steht einer voll geladenen Batterie praktisch ihre komplette Startleistung zur Verfügung, schon bei neun Grad sind es nur noch rund zwei Drittel. Gleichzeitig ziehen Heizung, Sitzheizung und Gebläse jetzt mehr Strom als im Sommer – für eine schwächelnde Batterie oft die entscheidende Zusatzbelastung.
6
Auf trockener Fahrbahn kommt ein Auto aus 100 km/h nach rund 100 Metern zum Stehen, auf nasser Fahrbahn kann sich dieser Bremsweg nahezu verdoppeln. Verschlissene Bremsbeläge oder zu wenig Profil verschärfen diesen Effekt zusätzlich.
7
Die Idee hatte 1902 die Geschäftsfrau Mary Anderson, als sie in einer New Yorker Straßenbahn beobachtete, wie der Fahrer bei Schnee ständig anhalten musste, um die Scheibe von Hand freizuwischen: 1903 ließ sie sich den ersten funktionierenden Scheibenwischer patentieren – die Autoindustrie zeigte jahrelang kein Interesse. Als er in den 1920ern zur Standardausstattung wurde, war ihr Patent längst abgelaufen.
Jetzt Werkstatt in deiner Nähe finden und Herbstcheck-Termin vereinbaren
Tipp: Sicherheit geht vor Ehrgeiz. Bist du unsicher, ob du etwas selbst machen kannst, ist der Werkstatttermin immer die richtige Entscheidung. Hier lohnt sich auf jeden Fall der Komplett-Termin.
Der Autoversteher – Alles, was dein Auto dir nicht sagt
Auto-Wissen, das dir wirklich weiterhilft – bequem per E-Mail oder jederzeit in unserem Autoversteher-Blog. Melde dich jetzt an und verpasse keinen Artikel mehr.